Zwischen Juli und Oktober 2025 führte EcoCitizen mit ‘Ruta a Belém: Preparing for COP30’, ein Programm zum Aufbau von Kapazitäten in der Klimadiplomatie, das in Guatemala gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen (MARN) und dem Außenministerium (MINEX) entwickelt wurde. In 30 Fachsitzungen und fast 72 Stunden technischer Schulung, sowohl persönlich als auch online, unterstützte das Programm rund 120 wichtige Akteure aus dem Nationalen Rat für Klimawandel, dem MARN, dem Nationalen Forstinstitut (INAB), dem diplomatischen Corps, der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor.
Das Programm kombinierte theoretische Sitzungen mit einer starken praktischen Komponente: Verhandlungssimulationen (Rollenspiele) und auf nationale Prioritäten zugeschnittene Fallstudien. Die Inhalte umfassten die Geschichte und den Kontext des UNFCCC, Verhandlungstechniken, Klimatransparenz und Zweijahres-Transparenzberichte (BTRs), Abschwächung und Anpassung, den Zusammenhang zwischen Biodiversität und Klima, die Geschlechterperspektive, Klimafinanzierung und die Möglichkeiten der Bioökonomie.
Die Unterstützung endete nicht mit der Vorbereitungsphase. EcoCitizen entsandte einen Experten nach Belém, um die guatemaltekische Delegation während der COP30 fachlich zu unterstützen und so die inhaltliche Begleitung der Konferenz sicherzustellen. Diese Unterstützung vom Vorbereitungstraining bis hin zum Verhandlungstisch spiegelt die Arbeitsweise von EcoCitizen wider: einen sinnvollen Beitrag zum Kapazitätsaufbau zu leisten, der sich in einer effektiven Teilnahme niederschlägt.
Ergebnisse, die den Ansatz bestätigen
Die Rückmeldungen der Teilnehmer bestätigen die Reichweite des Programms. Rund 80% der Befragten gaben an, die Schulung habe ihre Sichtweise und ihr Verständnis des UNFCCC, des Kyoto-Protokolls und des Pariser Abkommens verändert. Neun von zehn gaben an, gut oder ausgezeichnet auf die Teilnahme an Verhandlungen wie der COP30 vorbereitet zu sein, und rund 60% waren der Meinung, dass das Gelernte einen wichtigen Beitrag zu ihren Projekten, Strategien und Verhandlungen leisten würde. Das Programm trug auch dazu bei, Lücken im Bereich der Klimafinanzierung zu schließen, ein Thema, das die Teilnehmer als entscheidend für die Umsetzung ihrer Projekte bezeichneten.
Die Gesamtbewertung war hoch: Fast alle Befragten würden das Programm weiterempfehlen, und drei von vier würden dies uneingeschränkt tun.
Eine regionale Perspektive: Mesoamerika
Über den individuellen Lernprozess hinaus wollte unser Programm ‘Ruta a Belém’ zu einem Dialog über eine besser koordinierte und besser informierte regionale Präsenz in multilateralen Arenen beitragen. 84% der Befragten waren der Meinung, dass das Programm sie gut oder sehr gut darauf vorbereitet hat, diese Art der regionalen Zusammenarbeit zu fördern.
Ein praktischer, kontextbezogener Ansatz
Laut der abschließenden Umfrage schätzten die Teilnehmer vor allem die Qualität und Erfahrung der Seminarleiter sowie die Tatsache, dass die Inhalte auf die Gegebenheiten der Region abgestimmt waren. Die Verhandlungssimulationen und Fallstudien wurden als herausragendes Merkmal des Programms genannt. Mit Blick auf künftige Ausgaben äußerten die Teilnehmer Interesse an mehr praktischen Übungen, größerer Interaktivität, persönlichen Sitzungen und Gruppen, die nach dem Grad der Vorkenntnisse eingeteilt sind.
Nächste Schritte
Aufbauend auf diesen Ergebnissen und dem erhaltenen Feedback könnten künftige Ausgaben des Programms die praktischen Simulationen ausweiten, das gegenseitige Lernen stärken und die Zusammenarbeit zwischen mesoamerikanischen Akteuren, die sich auf die Teilnahme an internationalen Klimaverhandlungen vorbereiten, vertiefen. Für EcoCitizen bestätigt die ‘Ruta a Belém’ ein Unterstützungsmodell, das angewandtes Wissen mit Umweltdiplomatie und regionalem Handeln verknüpft.



EcoCitizen mit der breiteren Delegation Guatemalas während der COP30 in Belém, Brasilien; EcoCitizen in Guatemala bei Konferenzen und Trainingseinheiten an Universitäten und in Ministerien.
EcoCitizen ist ein sozial-ökologisches Unternehmen, ein von der luxemburgischen Regierung akkreditiertes gemeinnütziges Forschungsinstitut, das mit Regierungen, multilateralen Institutionen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und dem Privatsektor in den Bereichen wissenschaftliche Beratung, multilaterale Prozesse und angewandte Forschung zu Klima und Natur zusammenarbeitet. Das Team des Instituts verfügt über umfangreiche Erfahrungen mit dem UNFCCC und dem Pariser Abkommen sowie mit multilateralen Klima- und Umweltverhandlungen und kann so Brücken zwischen Mesoamerika und Europa bauen: Es verbindet Akteure in der gesamten Region mit Wissensnetzwerken, institutionellen Partnern und Finanzierungsinstrumenten, so dass die technische Vorbereitung in tragfähige Umweltprojekte umgesetzt werden kann.
Um herauszufinden, wie unser Team Ihren nächsten Prozess unterstützen kann, schreiben Sie uns an moien@ecocitizen.lu

